Anmeldung für den Newsletter

Alle Neuigkeiten zum Thema gemeinschaftliches Bauen und Wohnen, Baugruppen, Wohnprojekte erhält man mit dem Newsletter der Initiative.

Der Newsletter wird etwa zwei Mal monatlich ausgesendet. Anmeldung per Mail an newsletterini@silverserver.at.

16. Februar: Digitale Werkzeuge für die Selbstorganisation in Wohnprojekten

16. Februar, 19 Uhr, Wohnprojekt Wien, Krakauerstraße 19, 1020.

Die Initiative für Gemeinschaftliches Bauen und Wohnen bietet den Verantwortlichen in den Wohnprojekten, die sich mit digitalen Werkzeugen befassen (oder es in Zukunft tun wollen), die Gelegenheit, sich gegenseitig austauschen. Die Asperner Baugruppen haben mit dem Austausch bereits begonnen und freuen sich die Unterhaltung auszuweiten. Bisher haben wir in den Baugruppen und Wohnprojekten folgende Tools gesichtet:

  • Buchungssysteme für Gemeinschaftsräume und Carsharing
  • Verrechnungssysteme für die Nutzung von Räumen, Waschmaschinen und anderen Ressourcen
  • Projektmanagementwerkzeuge zur Verwaltung von Agenden, Protokollen, Beschlüssen, Todos, Kontakten,….
  • Dateiablagen
  • Tools für Kommunikation und Tratsch
  • digitales schwarzes Brett für das Stiegenhaus

Ziele der Veranstaltung:

  • gegenseitiges Kennenlernen von Lösungen und den Personen dahinter
  • Austausch
  • evtl auch Kooperationen um in Zukunft Arbeit zu sparen bzw. nachhaltigere Lösungen zu entwickeln – evtl auf Open Source Basis
    Die Veranstaltung setzt ein Interesse an digitalen Werkzeugen aber keine Vorkenntnisse voraus.

Interesse bekundet haben bereits folgende Projekte: Brot, Seestern, Pegasus, Lisa, Jaspern, Gleis21, Wohnprojekt Wien, Gennesaret.
Wir freuen uns auf weitere Teilnehmer.

Format: Kurzvorträge und Thementische

Koordination / Moderation: Gernot Tscherteu
Kontakt: gt@realitylab.at

16. Februar, 19 Uhr, Wohnprojekt Wien, Krakauerstraße 19, 1020.

Praxisabend 12.01.2016: Grund zu Bauen

7.1.2016: Ulli Hahn, die ursprünglich über das Baugruppenverfahren am Hauptbahnhof sprechen wollte, ist leider für den Abend verhindert. An Ihrer Stelle wird Robert Temel über die Situation in Wien berichten, der dankenswerter Weise kurzfristig einspringt.

Robert Temel
ist selbstständiger Architektur- und Stadtforscher in Wien. Sein Forschungsinteresse dreht sich um die Nutzung und Herstellung von Architektur und Stadt mit Schwerpunkt auf Wohnbau, Stadtplanung und öffentlichen Raum. Seit 2014 leitet er die Verfahrensbetreuung der Bewerbungsverfahren für Baugruppen und Quartiershäuser am Hauptbahnhofareal in Wien, 2012 verfasste er eine Studie über Baugemeinschaften in der Wiener Seestadt Aspern mit Fokus auf partizipative Planung und kooperative Planung zwischen den Gruppen.

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Praxisabend der Initiative für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen im Rahmen der Reihe „Gemeinsam Bauen Wohnen in der Praxis“

Dienstag, 12.1.2016,
19-21 Uhr
Wohnprojekt Wien,
1020 Wien, Krakauer Straße 19

Konzeption und Moderation:
Ernst Gruber

“Grund zu Bauen – Baugruppen und ihr Zugang zu Grundstücken in der Stadtentwicklung”

Die Möglichkeiten der Stadtentwicklung und des gemeinschaftlichen Bauens und Wohnens stehen und fallen mit den Möglichkeiten, an Grundstücke zu gelangen. Eine Vergabe nach Konzepten statt dem besten Preis birgt die Frage, nach welchen Kriterien sich die Qualität eines Projektes in einem solchen Verfahren beurteilen lässt. Welche Rolle spielen dabei wohnungspolitische Kriterien, welche architektonische? Wie lassen sich gruppenbezogene und Prozessqualitäten beurteilen? Welche impulsgebenden und vorbereitenden Maßnahmen können im Vorfeld gesetzt werden? Wie können solche Verfahren fair und mit für alle vertretbarem Aufwand durchgeführt werden? Kurz: Wie soll man den Zugang zu solchen Grundstücken regeln?

An dem Abend versuchen wir, Ergebnisse und Erfahrungen aus der Umsetzung jüngster Verfahren aus Deutschland und Österreich mit einander zu vergleichen. Was funktioniert und was wird adaptiert? Was lässt sich auf die Situation in Österreich und speziell in Wien anwenden – nicht nur, aber auch vor dem Hintergrund der neuen Wiener rot-grünen Regierungskoalition? Was kann die Stadtentwicklung von den Baugemeinschaften lernen und umgekehrt?

ImpulsgeberInnen:
Angela Hansen,
Hamburg, Chefin der Agentur für Baugemeinschaften
Michael Kunert,
Stuttgart, Kontaktstelle Baugemeinschaften
Uwe Wulfrath,
Tübingen, Fachabteilung Projektentwicklung
Robert Temel,
Wien, Architektur- und Stadtforscher

In gewohnter Form starten wir mit Kurzvorträgen unserer Gäste und gehen dann in eine Diskussion mit Publikumsbeteiligung über. Über unverbindliche Anmeldungen freuen wir uns an praxis@gemeinsam-bauen-wohnen.org.

Die Vortragenden:

Angela Hansen
Hamburg, Chefin der Agentur für Baugemeinschaften

„Baugemeinschaften sind zwar ein kleines Segment in Hamburg, sie machen die Stadt aber ein bisschen bunter. Baugemeinschaften sind in der Regel sozial engagiert und wirken dadurch in ihren Stadtteil hinein. Davon profitiert auch die Stadt!“

„Ich leite die Agentur für Baugemeinschaften, die in Hamburg in der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen in der Abteilung Wohnen angesiedelt ist. 2003 ist die Agentur gegründet worden. Seither sind wir Ansprechpartner für alle an dem Thema Interessierten. Wir beraten Gruppen, verfügen über ein eigenes Förderprogramm für genossenschaftlich orientierte Gruppen, stellen städtische Grundstücke bereit. Wir lotsen die Baugemeinschaften durch das Verfahren von der Idee bis zum Einzug.“

 

Michael Kunert
Stuttgart, Kontaktstelle Baugemeinschaften

„Der beste Weg, Stadt zu entwickeln, ist gemeinsam mit Bürgern!“

Die Kontaktstelle Baugemeinschaften der Landeshauptstadt Stuttgart wurde 2012 eingerichtet. Wesentliche Aufgaben der Kontaktstelle für Baugemeinschaften sind die Konditionierung von Standorten, die Durchführung der Verfahren zur Vergabe von Grundstücken, die Begleitung und Beratung der Baugruppen im Verfahren mit Qualitätssicherung, sowie Öffentlichkeitsarbeit.

2012 erfolgte in Stuttgart der Grundsatzbeschluss “Bürger bauen mit –  Baugemeinschaften in Stuttgart ” des Gemeinderats zur Vergabe von Baugrundstücken an Baugemeinschaften zum Festpreis und im Konzeptverfahren.

Michael Kunert, Studium der Architektur und Stadtplanung an der Uni Stuttgart. Seit 1998 freiberufliche Tätigkeit im Spannungsfeld Stadtplanung, Kommunikation und Bürgerbeteiligung. Von 1998 bis 2004 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Städtebau-Institut der Uni Stuttgart. 2007/08 Vertretungsprofessur am Karlsruher Institut für Technologie. Seit 2012 Mitarbeiter im Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung der Landeshauptstadt Stuttgart, Strategie Wohnen / Kontaktstelle Baugemeinschaften.

 

Uwe Wulfrath
Tübingen, Leiter des Fachbereichs Planen, Entwickeln, Liegenschaften der Stadt Tübingen,
einer der blühendsten Pionierstädte für Baugemeinschaften

Die Fachabteilung Projektentwicklung, das ehemalige Stadtsanierungsamt, ist verantwortlich für den Städtebaulichen Entwicklungsbereich „Stuttgarter Straße/ Französisches Viertel“ in der Tübinger Südstadt. Für die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Tübingen übernimmt sie die Entwicklung von Gewerbebrachen zu gemischten städtischen Quartieren.

 

Nächste Praxisabende:
> 16. Feb. 2016: Digitale Werkzeuge für die Selbstorganisation in Gruppen
> 1. März 2016: Gelebte Soziokratie in Wohnprojekten als Organisationsform
> 5. April 2016: Crowdfunding
> 3. Mai 2016: Zwischen Aktion und Überforderung – Baugruppen und ihr “Ausstrahlen” in die Stadt

Dokumentation:
Einen Überblick und die Dokumentation aller Praxisabende finden Sie hier.
Wenn Sie diese Informationen hilfreich finden, werden Sie doch Mitglied der Initiative für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen.

Out Now: “Gemeinsam Bauen Wohnen in der Praxis”

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Mit freundlicher Unterstützung der Wien 3420 Aspern Development AG und des Bundeskanzleramts konnte die Initiative für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen eine Publikation über die bisherigen Abende der Veranstaltungsreihe ‚Gemeinsam Bauen Wohnen in der Praxis‘ herausgeben.
Darin sind die ersten 9 Workshops aus dem Jahr 2014 über, für und mit Baugruppen in Wien dokumentiert. Themen waren Diversität und Interkulturalität, Stadtentwicklung, Finanzierungsformen, Ablauf und Zeitökonomie, Wohnbauförderung, Solidarität, Carsharing, Selbstbau und Konflikte – sowie Stadtentwicklung und Baugruppen. Zusätzlich wird die Entwicklung der Asperner Baugruppen und der Kontext der Wiener Baugruppen insgesamt erläutert.

Die Publikation ist hier online zugänglich.

Bei den Veranstaltungen der Initiative können Exemplare erworben werden, solange der Vorrat reicht. Mitglieder der Initiative erhalten ein Printexemplar kostenfrei zugesandt. Wenn Sie noch im heurigen Jahr Mitglied werden, erhalten auch Sie ein Exemplar!

Die kommenden Workshoptermine
01. 12. 2015: Partizipative Planungsprozesse
12. 01. 2016: Grund zu Bauen – Grundstücksvergabe an Baugruppen
16. 02. 2016: Digitale Werkzeuge für die Selbstorganisation in Gruppen
01. 03. 2016: Gelebte Soziokratie in Wohnprojekten als Organisationsform
05. 04. 2016: Crowdfunding
03. 05. 2016: Zwischen Aktion und Überforderung – Baugruppen und ihr “Ausstrahlen” in die Stadt

jeweils an einem Dienstag, von 19:00-21:00
im Wohnprojekt Wien, 1020 Wien, Krakauer Straße 19

Kontakt: praxis[at]gemeinsam-bauen-wohnen.org

Rückblick: Praxisabend 01.12.2015: Partizipative Planungsprozesse

Workshop der Initiative für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen im
Rahmen der Reihe Gemeinsam Bauen Wohnen in der Praxis

Dienstag, 01. Dezember 2015
19–21 Uhr
Wohnprojekt Wien,

1020 Wien, Krakauer Straße 19

Konzept und Moderation: Christian Kronaus, Ralf Dopheide, Petra Hendrich

Partizipative Planungsprozesse

Partizipative Planungsprozesse stellen sowohl die PlanungsexpertInnen als auch die Laien vor eine große Herausforderung. Auf der einen Seite muss der Experte/die Expertin Entscheidungen so aufbereiten und
verständlich machen, dass sie Laien gut und informiert treffen können. Auf der anderen Seite werden die zukünftigen NutzerInnen mit Fragen konfrontiert, die neu und oft auch überfordernd sind. Wie also
bringt man diese zwei Seiten in Einklang? Was braucht es um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen? Wie weit gibt der/die ExpertIn seine/ihre Expertenrolle auf? Wie können partizipative Planungsprozesse strukturiert sein, um gute Ergebnisse zu erzielen? Und was ist ein gutes Ergebnis?

Vorgestellt wurden Beispiele wie bei Planungs- u. Entwicklungsprozesse, verschiedenste Interessensgruppen berücksichtigt werden und deren Input als Entscheidungsbasis für weitere Entscheidungsprozesse dienen können. Es wurden partizipative Methoden gezeigt und dargestellt wie die dadurch erworbenen Erkenntnisse in weitere Planungsschritte eingewoben werden können. Im Anschluss wurden die unterschiedlichen partizipativen Methoden und deren Ergebnisse diskutiert.

ImpulsgeberInnen (Details siehe unten):

audiodoku Audiomitschnitte der Impulsvorträge und Zusammenfassung der Tischdiskussionen:

00_Link Partizipative Planungsprozesse – Dokumentation (Dokumentation: Lukas Franta)

 

Mehr zu den Impulsen und ImpulsgeberInnen:

Christian Kronaus und Ralf Dopheide: Compact Garden Living
Das Forschungsprojekt Partizipation 2.0 „CompactGardenLiving“ basiert thematisch auf der Verwebung von Wohnbau und Grünraum im Sinne von „Urbanem Grün“, „grüne Architektur“ und „Gärtnern in der Stadt“. Es wurden unterschiedliche partizipative Methoden angewandt um das Erfahrungswissen zukünftiger NutzerInnen, BewohnerInnen bzw. unterschiedlicher Interessengruppen in den Planungsprozess einzuweben. Die Ergebnisse werden vorgestellt und die Potenziale der unterschiedlichen partizipativen Methoden diskutiert.

Dokumentation:

Einen Überblick und die Dokumentation aller Praxisabende finden Sie hier. Wenn Sie diese Informationen hilfreich finden, werden Sie doch Mitglied der Initiative für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen.

Wiener Gemeinderatswahl 2015

Rechtzeitig zur Wien-Wahl und als Entscheidungshilfe haben wir alle wahlwerbenden Parteien, die wienweit antreten, gefragt, welche Maßnahmen Sie befürworten, um eine bessere Situation für gemeinschaftliche Wohnprojekte in Wien zu erreichen. Hier unsere Fragen:

1. Unterstützen Sie eine verstärkte Integration von gemeinschaftlichen Wohnprojekten in die Wiener Wohnbaupraxis, insbesondere im geförderten Wohnbau? Wenn ja: Wie?

2. Unterstützen Sie die Ausarbeitung spezifischer gesetzlicher Rahmenbedingungen für gemeinschaftliche Wohnprojekte, die mithilfe von Wohnbauförderung errichtet werden?

3. Unterstützen Sie die Einrichtung einer Beratungs- und Koordinationsstelle (innerhalb oder außerhalb der Stadtverwaltung) für gemeinschaftliche Wohnprojekte?

Angefragt wurden Stellungnahmen folgender Parteien:
SPÖ Wien
ÖVP Wien
FPÖ Wien
Die Grünen Wien
NEOS
Wienanders
Gemeinsam für Wien

Hier die unredigierten Antworten in der Reihenfolge ihres Eintreffens:

Wienanders

  1. Unterstützen Sie eine verstärkte Integration von gemeinschaftlichen Wohnprojekten in die Wiener Wohnbaupraxis, insbesondere im geförderten Wohnbau? Wenn ja: Wie?

    Auf alle Fälle. Wohnprojekte haben fast immer einen auf das Grätzl ausstrahlenden Effekt, der das Grätzl belebt. Die Sargfabrik aber auch das Wohnprojekt Wien am Bednarpark sind dafür gute Beispiele. Das begrüßen wir sehr. Konkret fordern wir eine Transparentere und fairere “Vergabe” von Grundstücken. Derzeit kommen an für den geförderten Wohnbau geeignete Grundstücke praktisch immer nur die immer gleichen parteinahen Bauträger. Wir können uns auch Vorstellen, dass eine gewisse Anzahl von Grundstücken in Neubaugebieten von vornherein für Wohnprojekte vorgesehen wird – zB über eine spezielle Widmung. Wobei anscheinend in den letzten Jahren schon ein bisschen Bewegung in die Sache gekommen ist und man auch in die Stadt den “städtebaulichen Mehrwert” von Wohnprojekten erkannt hat und diese in gewisser Weise fördert. Allerdings nur sehr informell und es fehlt unserer Ansicht nach ein klares Prozedere dafür.

  1. Unterstützen Sie die Ausarbeitung spezifischer gesetzlicher Rahmenbedingungen für gemeinschaftliche Wohnprojekte, die mithilfe von Wohnbauförderung errichtet werden?

    Auf jeden Fall. Wobei das Thema Bundessache ist. Wir treten auch für eine generelle Überarbeitung des Wohnrechts – insbesondere eine Vereinheitlichung des Mietrechts – ein. Derzeit gibt es nur sehr unbefriedigende rechtliche Rahmenbedingungen für Wohnprojekte, sodass dann immer mit Widmungen als Heim und dergleichen gearbeitet werden muss. Hier müssen rechtliche Rahmenbedingungen für die besonderen Ansprüche gemeinschaftlicher Wohnprojekte geschaffen werden, sodass “Umgehungs-Konstruktionen” nicht mehr notwendig sind. Derzeit wird ja gerade an einer novelle des WGG gearbeitet. Ich befürchte allerdings, dass Wohnprojekte eher nicht berücksichtigt werden. Das WGG hat unter Juristen einen schlechten Ruf als teilweise besonders unglücklich formuliertes Gesetz. Auch deswegen ist die Novellierung des WGG notwendig und wichtig.

  1. Unterstützen Sie die Einrichtung einer Beratungs- und Koordinationsstelle (innerhalb oder außerhalb der Stadtverwaltung) für gemeinschaftliche Wohnprojekte?

    So eine Stelle könnte bei der MA50 angesiedelt werden. Die rechtlichen und bürokratischen Hürden sind enorm und für Leihen eigentlich nicht beweltigbar. Eine Möglichkeit wäre, dass die Stadt die Gründung eines gemeinnützigen Bauträgers unterstützt, der sich auf Baugruppen konzentriert und bei dem sich Profis um die Formalitäten wie Förder-ansuchen, Vereinsstatuten für den Trägerverein usw. kümmern. Ich glaube, dass eine Beratungs- und Koordinationsstelle außerhalb der Stadtverwaltung besser angesiedelt ist, da gerade Wohnprojekte und Baugruppen sehr unterschiedliche Ausrichtungen und Zielsetzungen haben Deswegen sollte hier ein gewisser Spielraum bleiben und das “bürokratische” Korsett so gering wie möglich bleiben.

 

FPÖ Wien

Die sozialpolitische Komponente des geförderten Wohnbaus ist gegenwärtigzugunsten gesellschaftspolitischer bzw. ideologischer Konzepte ziemlich inden Hintergrund getreten. Diese Entwicklung will die FPÖ korrigieren. Baugruppen sind zumindest teilweise mit ebenjener gesellschaftspolitischenImplikation versehen, die kein Element des geförderten Wohnbaus sein soll.Spezifische gesetzliche Rahmenbedingungen sind nicht erforderlich, dieMitglieder von Baugruppen haben sich – wie andere Förderungswerber – beider Verwirklichung ihrer Projekte an den geltenden Standards zuorientieren. Die Mittel für die Wohnbauförderung sind knapp und die BudgetsituationWiens ist mehr als angespannt. Die Errichtung einer gesonderten Beratungs-bzw. Koordinationsstelle erscheint daher aus ökonomischen Gründen kaumvertretbar. Die Baugruppe ist aus Perspektive der FPÖ nicht das geeignete Mittel, dieEntwicklung auf dem Wohnungsmarkt zu korrigieren sowie die Menschen in dererforderlichen Form breit und nachhaltig zu entlasten.

 

Die Grünen Wien

  1. Unterstützen Sie eine verstärkte Integration von gemeinschaftlichen Wohnprojekten in die Wiener Wohnbaupraxis, insbesondere im geförderten Wohnbau? Wenn ja: Wie?

    Ja!
    Gemeinschaftliche Wohnprojekte sind eine wichtige Säule der Stadtentwicklung. Das haben sie hinreichend bewiesen. Es ist unser klares Ziel, dafür zu sorgen, daß deren Zahl in Zukunft deutlich erhöht wird.Schlüssel dazu ist die Verfügungstellung von Grundstücken sowie das Einräumen von ausreichend Zeit für die Gruppen, ein Projekt zu entwickeln. Die beste Fördermaßnahme wäre es aus unserer Sicht, bei städtischem Grundeigentum (Wohnfonds) einen bestimmten Anteil für Baugruppen vorzusehen. Auch eine Klärung und Sicherheit in Bezug auf die Förderungsart und Rechtsform (bisher oft “Wohnheim”) ist unserer Meinung nach erstrebenswert.

  1. Unterstützen Sie die Ausarbeitung spezifischer gesetzlicher Rahmenbedingungen für gemeinschaftliche Wohnprojekte, die mithilfe von Wohnbauförderung errichtet werden?

    Ja, siehe auch Antwort oben: Eine eigene Förderkategorie für gemeinschaftliche Wohnprojekte ist notwendig, sowie eine bessere Klärung der (rechtzeitigen!!) Einbindung der Zuteilung und Information der Bewohner/innen des Wohnservices ist wünschenswert.

  1. Unterstützen Sie die Einrichtung einer Beratungs- und Koordinationsstelle (innerhalb oder außerhalb der Stadtverwaltung) für gemeinschaftliche Wohnprojekte?

    Ja, wobei diese Beratungs-Koodinationsstelle nicht innerhalb des (weisungsgebundenen) Magistrats eingerichtet werden sollte. Diese koordinationsstelle sollte die Erfahrungen mit Projekten zusammenfassen und bündeln und eng mit den betreffenden Ressorts, v.a. Wohnbau und Stadtentwicklung zusammenarbeiten. Da sehr auf die Kultur der Wohnprojekte geachtet werden soll (Selbstorganisation) soll diese Stelle zwar von der Stadt unterstützt werden, aber nicht unmittelbar von ihr ausgehen sondern eine autonome Interessensvertretung der Wohnprojekte sein.


NEOS

  1. Unterstützen Sie eine verstärkte Integration von gemeinschaftlichen Wohnprojekten in die Wiener Wohnbaupraxis, insbesondere im geförderten Wohnbau? Wenn ja: Wie?

    Grundsätzlich JA. Wir befürworten die aktive Partizipation der Bürger_Innen in den für sie relevanten Lebensbereichen.
    Es laufen derzeit in verschiedenen größeren Stadtentwicklungs-Projekten bereits mehrere gemeinschaftliche Wohnbauprojekte. Mögliche Lösungsansätze sind
    a. über den Flächenwidmungsplan: es können „Vorbehaltsflächen“ für derartige Projekte in einem bestimmten Ausmaß der Gesamtfläche vorgesehen werden.
    b. Grundstück: hierzu ist eine Forderung der NEOS, dass auf Grundstücken der Stadt bzw. des Bundes vermehrt das Konzept des Baurechts zur Anwendung gelangt.
    c. sinnvoll erscheint uns ausschließlich eine Anwendung im Bereich des genossenschaftlichen Wohnbaus.

  1. Unterstützen Sie die Ausarbeitung spezifischer gesetzlicher Rahmenbedingungen für gemeinschaftliche Wohnprojekte, die mithilfe von Wohnbauförderung errichtet werden?

    Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für derartige Projekte sind bereits vorhanden. Gegebenenfalls können in Zukunft  mittels einzelner Durchführungsbestimmungen Details präzisiert werden.

  1. Unterstützen Sie die Einrichtung einer Beratungs- und Koordinationsstelle (innerhalb oder außerhalb der Stadtverwaltung) für gemeinschaftliche Wohnprojekte?

    NEOS tritt prinzipiell für eine „entschlackte“ und effiziente Verwaltung ein. Daher muss mit den vorhandenen Einrichtungen das Auslangen gefunden werden. Neue/weitere Beratung-/Koordinationsstellen verkomplizieren nur das Verfahren. Es ist die Aufgabe der bestehenden Verwaltungseinrichtungen für neue Themen Lösungsansätze zu finden und die Bürger_Innen in ihren Partizipationsmöglichkeiten zu unterstützen.

Nachsatz NEOS:
Wir unterstützen gemeinschaftliche Wohnprojekte und die verstärkte Integration in der Wiener Wohnbaupraxis. Wir sehen dies als Chance der Bürger_innnen in Eigenverantwortung den Lebensraum Stadt mitzugestalten. Das ist Beteiligung in der besten Form! Daher muss auch die Stadt Rahmenbedingungen schaffen um diese Projekte zu erleichtern. (z.B. durch Schaffung einer Beratungs- und Koordinationsstelle, zum Erfahrungsaustausch, Koordination in der Beschaffung, etc.) Durch einen Bürger_innenhaushalte will NEOS die Menschen auch beim Budget mitreden lassen. Für uns ist die Zweckbindung der Wohnbauförderung ein muss, damit auch genügend Mitteln für gemeinschaftlichen Wohnprojekten zur Verfügung gestellt werden können.

Rückblick: Praxisabend 13.10.2015: Wohnen im Alter – Gelingendes generationenübergreifendes Wohnen

Workshop der Initiative für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen im
Rahmen der Reihe Gemeinsam Bauen Wohnen in der Praxis

Dienstag, 13. Oktober 2015
19–21 Uhr
Wohnprojekt Wien,

1020 Wien, Krakauer Straße 19

Konzept und Moderation: Petra Hendrich und Freya Brandl

Wohnen im Alter – Gelingendes generationenübergreifendes Wohnen

Der Praxisabend widmete sich dem Wohnen im Alter. Wir beleuchteten jene Faktoren, die dazu beitragen, dass generationenübergreifendes gemeinschaftliches Wohnen gelingt. Das schwedische Co-Housing Projekt “Färdknäppen” steht als Beispiel für ein generationenübergreifendes Wohnprojekt, in dem mehrere Generationen gemeinsam wohnen und sich unterstützen. Doch wie organisiert man Pflege, sodass es für die anderen im Haus nicht zur Belastung wird? Ist die Vorstellung vom Leihopa, der nebenbei in der Kindergruppe Geschichten vorliest, überhaupt realistisch? Wie können sich die Generationen unterstützen? Welche Bedürfnisse gilt es zu beachten? Wir laden zu einem Diskussionsabend eingeleitet durch Impulsstatements ein.

 

ImpulsgeberInnen (Details siehe unten):

  • Kerstin Kärnekull: Färdknäppen, a collective house for „the second half of life“ in Sweden (impulse in English) – Präsentationsfolien
  • Edina H. Salihovic: Kinder im generationenübergreifenden Wohnprojekt
  • Margret Weissenbacher (Wohnen ohne Alterslimit): Hilfe, Betreuung und Pflege – familiär, freundschaftlich, nachbarschaftlich oder professionell
  • Erich Kolenaty (Wohnprojekt Wien): “Von Liebe, Wonne, Waschtrog“ und Konflikten als Chance. Prävention und generationenübergreifende Konfliktbearbeitung in Wohnprojekten
  • Manuel Schuler (Verein “WGE! – Gemeinsam Wohnen”): Studierende im Generationenwohnen
  • Brigitte Schimmerl (ro*sa Donaustadt): Zusammenleben mit Kindern im generationenübergreifenden Wohnprojekt

audiodoku Audiomitschnitte der Impulsvorträge und Zusammenfassung der Tischdiskussionen:

00_Link Wohnen im Alter – Dokumentation (Dokumentation: Lukas Franta)

00_Link Kerstin Karenkull – Handout

00_Link WGE Präsentation

Im Anschluss wurden die Themen an Diskussionstischen vertieft und abschließend im Plenum vorgestellt.
Themen der Diskussionstische:
  • Zusammenleben von Alt und Jung – Wie kann es funktionieren?
  • Pflege im Alter – Unterstützung, Hilfestellung, Grenzen
  • Erfahrungen aus Projekten z.B. Färdknäppen, ro*sa Donaustadt
  • Kinder und Studierende im generationenübergreifenden Wohnprojekt

 

Mehr zu den Impulsen und ImpulsgeberInnen:

Kerstin Kärnekull: Färdknäppen, a collective house for „the second half of life“

Two – three generations living together – awful, functioning, fun? Problems we met and solutions we tried. Lessons from a 23 years old collective house in Stockholm.
Kerstin is an architect engaged in cohousing and living in Färdknäppen since 1993.

Kerstin Kärnekull is an architect, who has worked with various housing issues most of her life. She is a founding member of the group Bo i Gemenskap (‘Living in Community’). Since more than 20 years she lives in the cohousing development Färdknäppen, the first ‘second half of life’ collective housing in Sweden. She has organized the first “International Collaborative Housing Conference” in Stockholm together with Dick Urban Vestbro.

She has written, edited and co-edited several books or chapters on housing for seniors, cohousing and senior cohousing, as for example “Living together – Cohousing Ideas and Realities Around the World”, Division of Urban and Regional Studies in collaboration with Kollektivhus NU 2010, “Cohousing Cultures”, jovis Verlag GmbH 2012.

 

Edina H. Salihovic: Kinder im generationenübergreifenden Wohnprojekt

Kinder sind laut, schnell, kompromisslos und sehen die Welt anders als Erwachsene. Kinder machen Sachen wiederholt kaputt, damit sie sehen, erfahren wie sie funktionieren, reagieren. Die Kinder sind frech, unterschiedlich, können viel weniger Verantwortung als Erwachsene tragen. Sie brauchen verlässliche, gut erreichbare, erwachsene Bezugspersonen. Sie geben ihre Ehrlichkeit, echte Zuwendung, Begeisterung, Lebensfreude her. Die Kinder brauchen große Herzen, viel Platz, Geborgenheit und authentische, vertrauenswürdige Vorbilder.

“Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind zu erziehen” ein afrikanisches Sprichwort, das die Wichtigkeit des Zusammenlebens mehrerer Generationen betont.

Edina H. Salihovic hat eine Grundausbildung zur dipl. Sozialarbeiterin. Sie arbeitete 15 Jahre im Sozialbereich d.h. mit Kindern, Jugendlichen, in Frauenheimen (mit oder ohne Kinder, wo auch das Thema generationsübergreifendes Wohnen aktuell war) und in Schulen. Seit 5 Jahren ist sie Kindergartenpädagogin, Motopädagogin, Kindergartenmitgründerin und Leiterin.

 

Margret Weissenbacher (Wohnen ohne Alterslimit): Möglichkeiten und Grenzen der Pflege

Hilfe, Betreuung und Pflege – familiär, freundschaftlich, nachbarschaftlich oder professionell: Wo kann und soll in der Konzeption von „Wohnen ohne Alterslimit“ die Grenze zwischen gegenseitiger Hilfe und professioneller Betreuung und Pflege liegen?

Auf der Basis des Pflegemodells nach D. Orem wird jede Betreuungs- und Pflegeintervention hinsichtlich zeitlicher Umfang, „Zumutbarkeit“ für die MitbewohnerInnen und Kompetenzbereich möglicher ProfessionistInnen hinterfragt. Daraus entsteht ein Bild für den Bedarf an professionellen Leistungen, die strukturiert, organisiert und finanziert werden müssen.

Margret Weissenbacher hat berufliche Erfahrungen und Qualifikationen in der Kinderkrankenpflege (Praxis, Lehre, Qualitätsmanagement) und in der Betreuung alter Menschen (Projektgruppe „Handlungsleitlinie für Wiener Wohn- und Pflegeheime“, Demenztrainerin).

 

Erich Kolenaty (Wohnprojekt Wien): “Von Liebe, Wonne, Waschtrog und Konflikten als Chance“. Prävention und generationenübergreifende Konfliktbearbeitung in Wohnprojekten

Ein Gedankenexperiment: Die Reibungsenergie von Konflikten in Nestwärme umzuwandeln – hätte das nicht einen gewissen Charme? Do`s und Don’ts im Zusammenleben und was sich sonst noch alles zur Vorbeugung von Konflikten in Wohnprojekten eignet.

Erich Kolenaty ist Betriebswirt und geprüfter Unternehmensberater, seit 1983 freier Managementtrainer und Unternehmensberater, Besondere Ausrichtung:
Systemische Beratung bei Teambildung und Unternehmensentwicklung;
Moderation: Konzeption und Begleitung von Projekten, Workshops und Konferenzen
Spezialist für die interaktive Arbeit mit großen Gruppen und die nachhaltige Mobilisierung von Veränderungsenergie. Gründer der Moderationswerkstatt (Trainer- und Moderatorenausbildung).
Seit 2010 Mitglied im Wohnprojekt Wien.

 

 Manuel Schuler (Verein „WGE! – Gemeinsam Wohnen“): Studenten im Generationenwohnen

Der Verein „WGE! – Gemeinsam Wohnen“ beschäftigt sich mit generationsübergreifenden Wohnformen und möchte diese in Wien etablieren. Konkret unterstützt und vermittelt WGE! Wohngemeinschaften, die auf generationsübergreifenden Austausch und gegenseitiger Unterstützung basieren.
Manuel Schuler ist Mitgründer des Vereins „WGE! – Gemeinsam wohnen“. In seinem Impulsvortrag wird er über seine Motivation, „WGE!- Gemeinsam wohnen“ zu gründen, sowie über die Chancen und Herausforderungen dieses Projekts sprechen.

 

Brigitte Schimmerl (Frauenwohnprojekt ro*sa – Donaustadt): Zusammenleben mit Kindern in generationsübergreifenden Wohnprojekten

Zum Thema “Zusammenleben mit Kindern in generationenübergreifenden Wohnprojekten”:

Brigitte Schimmerls Anliegen war es immer (und die Erfahrungen als Lehrerin bestätigen dies), Kinder als sehr feinfühlige, offene Menschen zu betrachten, die dem Umgang mit ihnen ausgeliefert und davon abhängig sind. Wohlwollende oder misstrauische Begegnungen können sie fördern oder deformieren.

Brigitte Schimmerl zu Ihrer Person: „Ich bin pensionierte Volksschullehrerin, habe in Oberösterreich 20 Jahre an Volksschulen und 16 Jahre an einer allgemeinen Sonderschule (noch vor der Integrationsmöglichkeit) unterrichtet. Nach meinem Pensionsantritt bin ich nach Wien in das Frauenwohnprojekt “ro*sa Donaustadt” gezogen, indem ich nun das sechste Jahr lebe.“

Rückblick: Praxisabend 2.6.2015: Absolute Beginner – Wie startet ein gemeinschaftliches Wohnprojekt?

Workshop der Initiative für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen im
Rahmen der Reihe Gemeinsam Bauen Wohnen in der Praxis

Dienstag, 2. Juni 2015
19–21 Uhr
Mobiles Stadtlabor der TU Wien
im Resselpark, 1040 Wien
(gegenüber dem Ausgang Resselpark der U2 und U4, Karlsplatzpassage)

Konzept und Moderation: Petra Hendrich und Arnold Brückner

Absolute Beginner – Wie startet ein gemeinschaftliches Wohnprojekt?

Der Praxisabend am Di. , 2.6. von 19-21.00 widmete sich den ersten Schritten eines Wohnprojektes/einer Baugruppe. Zu Wort kamen nicht die Initiatoren, sondern jene, die sich danach als Erste für das Projekt begeistert haben. Aus ihrer persönlichen Sicht schilderten sie, was die Initiatoren gemacht haben, damit sie sich auf das Projekt einlassen konnten. Was hat sie überzeugt, an einem außergewöhnlichen Projekt teilzunehmen? Was hat sie begeistert? Wie und warum konnten unvorhersehbare Überraschungen ausgehalten werden? Was ist ihr Rat an alle, die ein Projekt beginnen wollen?

Wer war der/die erste Teilnehmende – nach dem Initiator/der Initiatorin? Sie kommen zu Wort:

audiodoku  Audiomitschnitt der Impulsvorträge:

00_Link   GBW Doku Juni – Absolute Beginner
Dokumentation: Lukas Franta

fotodoku  Fotodokumentation auf flickr
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Fotos: Ernst Gruber

Rückblick: Workshop “Kollektiv – Syndikat – Genossenschaft – Stiftung: Selbstorganisiertem Handeln Form geben”

Am Dienstag, den 5. Mai 2015 fand der nunmehr 11. Abend in der Reihe Gemeinsam Bauen und Wohnen in der Praxis statt. Titel war “Kollektiv – Syndikat – Genossenschaft – Stiftung: Selbstorganisiertem Handeln Form geben”.

Die sich vorstellenden Gruppen aus Wien, Hamburg und Linz zeigten ein aktuelles Spektrum selbstorganisierten Handelns im Bereich des Bauens, Wohnens, Arbeitens und Landwirtschaftens. Dabei ging es von der Frage des Umgangs mit Grund und Boden bis hin zur Regelung des Zugangs und den Bedingungen der Nutzung. Die gewählten Organisationsformen sind zugleich modellhaft und eröffnen die Möglichkeit der Wiederholung. Sie stehen somit für einen maßstäblichen Entwicklungssprung, der weg vom Einzelprojekt führen kann. Wir bekamen Einblick in die Fragen, für welche Organisations- und Rechtsform man sich aus welchen Gründen entscheidet, was das für Konsequenzen hat und welche Möglichkeiten sich dadurch eröffnen können. Die Gruppen stehen dabei an unterschiedlichen Punkten ihrer Projektgeschichte.

Konzept, Moderation: Ernst Gruber

audiodoku  Audiomitschnitte der Impulsvorträge:
-) Ko.Sy – Kollektives Syndikat (Wien): Frauke

-) HabiTAT (Linz), Stadtklan (Wien): Florian Humer, Erik Seethaler

-) Frappant e.V. (Hamburg): Anna Kokalanova, Daniel Behrens

-) Stiftung RASENNA (Wien): Helmut Friedl

-) Wohnprojekte-Genossenschaft (Wien, in Gründung): Robert Temel


00_Link   Zusammenfassung (pdf)
Dokumentation: Lukas Franta

00_Link  Die Flipcharts mit den Ergebnissen der Tischgespräche (pdf)

00_Link  Die Flipcharts der Stiftung Rasenna (pdf)

fotodoku  Fotodokumentation auf flickr
Fotos: Petra Hendrich

Workshop am 5.Mai: Syndikat – Kollektiv – Genossenschaft – Stiftung: Selbstorganisiertem Handeln Form geben

Workshop der Initiative für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen im
Rahmen der Reihe Gemeinsam Bauen Wohnen in der Praxis

Dienstag, 5. Mai 2015
19–21 Uhr
Mobiles Stadtlabor der TU Wien
im Resselpark, 1040 Wien
(gegenüber dem Ausgang Resselpark der U2 und U4, Karlsplatzpassage)

Eintritt frei, um Anmeldung wird gebeten:
praxis[at]gemeinsam-bauen-wohnen.org

Konzept und Moderation: Ernst Gruber

Die sich vorstellenden Gruppen aus Wien, Hamburg und Linz zeigen ein aktuelles Spektrum selbstorganisierten Handelns im Bereich des Bauens, Wohnens, Arbeitens und Landwirtschaftens. Dabei geht es von der Frage des Umgangs mit Grund und Boden bis hin zur Regelung des Zugangs und den Bedingungen der Nutzung. Die gewählten Organisationsformen sind zugleich modellhaft und eröffnen die Möglichkeit der Wiederholung. Sie stehen somit für einen maßstäblichen Entwicklungssprung, der weg vom Einzelprojekt führen kann. Wir bekommen Einblick in die Fragen, für welche Organisations- und Rechtsform man sich aus welchen Gründen entscheidet, was das für Konsequenzen hat und welche Möglichkeiten sich dadurch eröffnen können. Die Gruppen stehen dabei an unterschiedlichen Punkten ihrer Projektgeschichte. Wir wollen wie immer bei unseren Workshops nach den Kurzpräsentationen gemeinsam diskutieren, im Anschluss werden die erarbeiteten Themen vorgestellt.

Frappant e.V., Hamburg; Anna Kokalanova, Daniel Behrens
Durch eine eigens gegründete Genossenschaft wurde die ehemalige Viktoria-Kaserne in Hamburg-Altona aus städtischem Besitz gekauft, um sie zu sanieren, umzubauen und zu erweitern. Aus dem denkmalgeschützten Gebäude wird dauerhaft ein gemeinschaftlich betriebener Produktionsort für Kunst, Kultur und Gestaltung, Gewerbe und Bildung, kleine Firmen sowie soziale Organisationen.
frappant.org
www.fux-eg.org

Anna Kokalanova
studierte Architektur an der Bauhaus Universität Weimar und Stadtplanung und Stadtentwicklung an der HafenCity Universität Hamburg. Nach ihrer Abschlussarbeit über die Roma-Siedlung »Fakulteta« in Sofia arbeitete sie u.a. als Projektkoordinatorin bei der Internationalen Bauausstellung »IBA Hamburg GmbH« und als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich angewandte Kulturtheorie an der HCU Hamburg. Sie ist Mitgründerin und Teil des Kollektivs »space department« sowie Mitglied im Frappant e.V. seit 2005. Derzeit arbeitet sie an ihrer Dissertation »Jenseits von Ghettoisierung. Städtische Ankommensprozesse von bulgarischen Roma im europäischen Raum« in Wien, Sofia und Berlin. Seit August 2013 ist sie als Koordinatorin für die Plattform future.lab am Dekanat der Fakultät für Architektur und Raumplanung der TU Wien tätig.

Daniel Behrens
ist selbstständiger Kommunikationsdesigner mit Schwerpunkt Typografie und Schriftgestaltung und Mitgründer des Büros PBLC. PBLC schafft den Spagat zwischen Aufträge für Kultur- und Bildungseinrichtungen und freien, selbstinitiierten Projekten. Parallel unterrichtet Daniel im Bereich Typografie u.a. an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Vom 2012 bis 2014 war er Vorstandsmitglied im Frappant e.V. und seit ihrer Gründung im 2013 ist er Vorstandsmitglied in der fux e.G. Genossenschaft.

HabiTAT, Stadtklan, Linz und Wien; Florian Humer, Erik Seethaler
Das habiTAT und Stadtklan arbeiten zusammen mit anderen Initiativen an einer Struktur, die es Menschen und vor allem Gruppen von Menschen erlauben soll, gemeinschaftliche, selbstverwaltete und solidarische Wohnprojekte abseits kapitalistischer Hierarchien zu entwickeln. Dabei orientiert sich das Projekt am Modell des deutschen Mietshäuser-Syndikats. Ziel ist es, den Prozess von der Gruppenfindung bis hin zum Erwerb eines Hauses so einfach wie möglich zu gestalten und ein rechtliches und finanzielles Rahmenkonzept zu entwerfen, das die erworbenen Immobilien langfristig der marktförmigen Verwertung entzieht.
habitat.servus.at
www.stadtklan.org

Florian Humer
Florian Humer ist zur Zeit Obmensch des habiTAT und arbeitet gemeinsam mit anderen habiTäter*innen an dem Wohnprojekt Willy-Fred in Linz

Erik Seethaler
ist einer der Initiator_innen und Mitbegründer von Stadtklan und dort neben seiner derzeitigen Tätigkeit als Kassier in der Arbeitsgemeinschaft für Recht und Finanzen aktiv.

Ko.Sy – Kollektives Syndikat; Frauke, Tobias
Wir als Ko.Sy beschäftigen uns mit dem Aufbau einer Struktur und der Entwicklung von Tools, um Eigentum von Nutzung zu trennen, Liegenschaften dauerhaft aus dem Spekulationskreislauf/System freizuspielen und somit Ressourcen für kollektive und emanzipatorische Nutzung zur Verfügung zu stellen.
zugangzuland.noblogs.org

Frauke
hat eine queer-feministische und nicht-kommerzielle Zweitsozialisation erlebt und beschäftigt sich mit den Fragen wie das Leben gemeinschaftlich und abseits der Norm gelebt werden kann.

Tobias
begeistert sich für physische und digitale Allmenden und bemüht sich um die Kollektivierung der Mobilität im ländlichen Raum.

Stiftung RASENNA, Wien; Helmut Friedl
Die Stiftung Rasenna will eine nachhaltige Bodennutzung langfristig durch die Förderung gemeinschaftlicher, selbstorganisierter Projekte in den Bereichen Wohnen, Arbeiten und Landwirtschaften sicherstellen. Die Stiftung unterstützt beim Freikauf von Grundstücken. Die Festschreibung eines Stiftungszwecks sichert langfristig Gründungsideen und Werte wie Selbstorganisation und gemeinschaftliche Nutzung.
rasenna.at

Helmut Friedl
Supervisor und Coach; Vorstand Wohnprojekt Gennesaret (1230 Wien, Fertigstellung 2016); Vorstand Verein zur Gründung der RASENNA Privatstiftung, Atkives Mitglied der Initiative für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen;
Organisationsberater

Genossenschaft in Gründung, Wien; Robert Temel
Aktuell arbeitet eine Gruppe von InitiatorInnen an der Gründung einer gemeinwohlorientierten Wohnbaugenossenschaft, die insbesondere auch selbstorganisierte Wohnprojekte fördern und unterstützen soll. Die neue Genossenschaft wird sich ganz in den Dienst der Förderung gemeinschaftlichen Wohnens stellen: in unterschiedlichen Wohnformen, in Stadt und Land, für Jung und Alt, für Vermögendere ebenso wie für weniger Betuchte. Die Organisation ermöglicht und erleichtert den Start und die Umsetzung von gemeinschaftlichen Wohnprojekten und anderen Wohnformen und stellt Leistungen rund ums Wohnen zur Verfügung.

Robert Temel
ist selbstständiger Architektur- und Stadtforscher in Wien. Sein Forschungsinteresse dreht sich um die Nutzung und Herstellung von Architektur und Stadt mit Schwerpunkt auf Wohnbau, Stadtplanung und öffentlichen Raum. Sprecher der Plattform Baukultur seit 2013. Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Initiative für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen seit 2009.

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