Rückblick: Baugruppen und Solidarität

Am Dienstag, den 17.6.2014 fand der 6. Abend in der Reihe Gemeinsam Bauen und Wohnen in der Praxis zum Thema „Baugruppen und Solidarität“ statt.

00_Link  Hier finden Sie die Dokumentation des Abends.

Impressionen des Abends: https://www.flickr.com/photos/114651553@N05/sets/72157645588438951/

Baugruppen und Solidarität

 

Baugruppen und Solidarität

 

Dienstag, 17.06.2014, von 19:00-21:00
im Wohnprojekt Wien, Krakauer Strasse 19, 1020 Wien

Konzept, Organisation und Moderation: Ernst Gruber

Wie wird gegenseitige Unterstützung in Wohnprojekten gedacht, gelebt und verhandelt? Auf welche Art kann einem Ausbleiben institutioneller Unterstützung entgegengewirkt werden? Welche Möglichkeiten einer ökonomischen Umverteilung eröffnen derartige Wohnprojekte? Welche solidarischen Ansätze ergeben sich aus der Praxis des gemeinsamen Wohnens, als Abbild einer Gesellschaft im kleinen Maßstab? Und welche Rolle kann die Frage der Bodennutzung dabei spielen?“

In
fünf Impulsstatements bekamen wir an diesem Abend einen Einblick, welches Spektrum die Vorstellung von Solidarität umfasst, wie sie in der Praxis, also im Projekt, gelebt wird und wie sie weiter entwickelt werden kann:

 

  • Ute Fragner: Sargfabrik (Fertigstellung 1996):

 

Seit beinahe zwei Jahrzehnten bewegt sich die Sargfabrik in einem Experimentierfeld, das ein lebendiges Gemeinwesen mit einem öffentlichkeitswirksamen räumlichen und inhaltlich/kulturellen Angebot verbindet. Gelebte Solidarität, sowohl innerhalb einer in sich geschlossenen Gemeinschaft, als auch gegenüber ihrer Umgebung ermöglicht es ihr, selbst zu keiner Insel zu werden.

 

  • Regine Allgayer: Frauenwohnprojekt [ro*sa] Donaustadt (Fertigstellung 2009):

 

„… dennoch ich liebe dieses Haus
das Zusammen möge immer besser gelingen“.

Das Strichcode–Haus–Lied (Text: Gitti Schimmerl, Musik: Regine Allgayer), ein Song über das Frauenwohnprojekt Rosa22, bringt es auf den Punkt: solidarisches Handeln und gemeinschaftliches Wohnen will gelernt sein, ja muss erst einmal gelernt werden. Beim Workshop am 17. Juni werden Mitfrauen des Vereins Frauenwohnprojekt Rosa Donaustadt erzählen von ihren Wünschen an das Projekt, von dem, was auf Anhieb gelang, aber auch von der Realität des Scheiterns. Nicht alle ausgesprochenen und unausgesprochenen Wünsche ließen sich verwirklichen. Es gab auch Enttäuschungen. Der Optimismus ist trotz allem geblieben. Wir wollen uns und andere ermutigen, indem wir es mit den mittelalterlichen Bauherren halten, die – so wird berichtet – vor allem aus den eingestürzten Gebäuden lernten, aus der Erfahrung dessen, was offenkundig nicht ging. (Anm.: Diese Metapher von den Einstürzen bitte nicht wörtlich nehmen!).

 

  • Helmut Friedl, Hannes Zagar, Karin Lischke: Stiftung Rasenna (im Entstehen):

 

Die Stiftung Rasenna will eine nachhaltige Bodennutzung langfristig sicherstellen. Wenn sich eine Gruppe entschließt, Ihr Grundstück vom Markt zu nehmen und es in eine solche Institution einbringt, wird ein starkes solidarisches Zeichen gesetzt.

 

  • Roberta Rastl-Kircher: Wohnprojekt Wien (Fertigstellung 2013):

 

Das Thema Solidarität und die Soli-Projekte im Wohnprojekt Wien
Es geht darum, wie wir die Solidarität im Wohnprojekt initiiert haben, wie wir sie leben, wie wir sie finanzieren, welche konkreten Projekte wir im Wohnprojekt Wien geplant und umgesetzt haben (Soli-Fonds, Soli Wohnungen – wie haben wir sie finanziert, wie haben wir sie vergeben, wer wohnt jetzt warum darin, Soli-Flohmarkt) und evtl. welche wir nur geplant, aber nie umgesetzt haben (Kooperation mit Organisationen)
Und auch: Was versäumt wurde, und wir deshalb anderen Baugruppen, die Solidarität leben wollen, ins Stammbuch schreiben möchten.

 

  • Ralf Ullsperger: Wohngruppe für Fortgeschrittene (Fertigstellung 2011):

 

Gegenseitige Unterstützung im Alltag nimmt in der Wohngruppe für Fortgeschrittene einen hohen Stellenwert ein. Ausgehend von dieser Bereitschaft als gemeinsamem Nenner ist ein Gefühl von Nähe und Vertrautheit entstanden, das über ein rein nachbarschaftliches Selbstverständnis hinaus geht. Gerade dadurch kann bei diesem Wohnprojekt das sensible Verhältnis zwischen Geben und Nehmen-können, aber auch zwischen der Suche nach Unterstützung und der Betonung der eigenen Selbständigkeit zur Diskussion werden.

Nach den Impulsvorträgen wurden diese Themen an drei Thementischen mit den Vortragenden diskutiert. Im Rahmen einer abschließenden Vorstellung mit den ReferentInnen wurden die Ergebnisse besprochen und ein Fazit des Abends gezogen.

_________________________

Mit freundlicher Unterstützung von

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Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Wien, NÖ und Burgenland

 

 

 

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Veröffentlicht am 14. Juli 2014, in Workshop. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

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