Rückblick: Praxisabend 13.10.2015: Wohnen im Alter – Gelingendes generationenübergreifendes Wohnen

Workshop der Initiative für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen im
Rahmen der Reihe Gemeinsam Bauen Wohnen in der Praxis

Dienstag, 13. Oktober 2015
19–21 Uhr
Wohnprojekt Wien,

1020 Wien, Krakauer Straße 19

Konzept und Moderation: Petra Hendrich und Freya Brandl

Wohnen im Alter – Gelingendes generationenübergreifendes Wohnen

Der Praxisabend widmete sich dem Wohnen im Alter. Wir beleuchteten jene Faktoren, die dazu beitragen, dass generationenübergreifendes gemeinschaftliches Wohnen gelingt. Das schwedische Co-Housing Projekt “Färdknäppen” steht als Beispiel für ein generationenübergreifendes Wohnprojekt, in dem mehrere Generationen gemeinsam wohnen und sich unterstützen. Doch wie organisiert man Pflege, sodass es für die anderen im Haus nicht zur Belastung wird? Ist die Vorstellung vom Leihopa, der nebenbei in der Kindergruppe Geschichten vorliest, überhaupt realistisch? Wie können sich die Generationen unterstützen? Welche Bedürfnisse gilt es zu beachten? Wir laden zu einem Diskussionsabend eingeleitet durch Impulsstatements ein.

 

ImpulsgeberInnen (Details siehe unten):

  • Kerstin Kärnekull: Färdknäppen, a collective house for „the second half of life“ in Sweden (impulse in English) – Präsentationsfolien
  • Edina H. Salihovic: Kinder im generationenübergreifenden Wohnprojekt
  • Margret Weissenbacher (Wohnen ohne Alterslimit): Hilfe, Betreuung und Pflege – familiär, freundschaftlich, nachbarschaftlich oder professionell
  • Erich Kolenaty (Wohnprojekt Wien): „Von Liebe, Wonne, Waschtrog“ und Konflikten als Chance. Prävention und generationenübergreifende Konfliktbearbeitung in Wohnprojekten
  • Manuel Schuler (Verein “WGE! – Gemeinsam Wohnen”): Studierende im Generationenwohnen
  • Brigitte Schimmerl (ro*sa Donaustadt): Zusammenleben mit Kindern im generationenübergreifenden Wohnprojekt

audiodoku Audiomitschnitte der Impulsvorträge und Zusammenfassung der Tischdiskussionen:

00_Link Wohnen im Alter – Dokumentation (Dokumentation: Lukas Franta)

00_Link Kerstin Karenkull – Handout

00_Link WGE Präsentation

Im Anschluss wurden die Themen an Diskussionstischen vertieft und abschließend im Plenum vorgestellt.
Themen der Diskussionstische:
  • Zusammenleben von Alt und Jung – Wie kann es funktionieren?
  • Pflege im Alter – Unterstützung, Hilfestellung, Grenzen
  • Erfahrungen aus Projekten z.B. Färdknäppen, ro*sa Donaustadt
  • Kinder und Studierende im generationenübergreifenden Wohnprojekt

 

Mehr zu den Impulsen und ImpulsgeberInnen:

Kerstin Kärnekull: Färdknäppen, a collective house for „the second half of life“

Two – three generations living together – awful, functioning, fun? Problems we met and solutions we tried. Lessons from a 23 years old collective house in Stockholm.
Kerstin is an architect engaged in cohousing and living in Färdknäppen since 1993.

Kerstin Kärnekull is an architect, who has worked with various housing issues most of her life. She is a founding member of the group Bo i Gemenskap (‘Living in Community’). Since more than 20 years she lives in the cohousing development Färdknäppen, the first ‘second half of life’ collective housing in Sweden. She has organized the first “International Collaborative Housing Conference” in Stockholm together with Dick Urban Vestbro.

She has written, edited and co-edited several books or chapters on housing for seniors, cohousing and senior cohousing, as for example “Living together – Cohousing Ideas and Realities Around the World”, Division of Urban and Regional Studies in collaboration with Kollektivhus NU 2010, „Cohousing Cultures”, jovis Verlag GmbH 2012.

 

Edina H. Salihovic: Kinder im generationenübergreifenden Wohnprojekt

Kinder sind laut, schnell, kompromisslos und sehen die Welt anders als Erwachsene. Kinder machen Sachen wiederholt kaputt, damit sie sehen, erfahren wie sie funktionieren, reagieren. Die Kinder sind frech, unterschiedlich, können viel weniger Verantwortung als Erwachsene tragen. Sie brauchen verlässliche, gut erreichbare, erwachsene Bezugspersonen. Sie geben ihre Ehrlichkeit, echte Zuwendung, Begeisterung, Lebensfreude her. Die Kinder brauchen große Herzen, viel Platz, Geborgenheit und authentische, vertrauenswürdige Vorbilder.

„Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind zu erziehen“ ein afrikanisches Sprichwort, das die Wichtigkeit des Zusammenlebens mehrerer Generationen betont.

Edina H. Salihovic hat eine Grundausbildung zur dipl. Sozialarbeiterin. Sie arbeitete 15 Jahre im Sozialbereich d.h. mit Kindern, Jugendlichen, in Frauenheimen (mit oder ohne Kinder, wo auch das Thema generationsübergreifendes Wohnen aktuell war) und in Schulen. Seit 5 Jahren ist sie Kindergartenpädagogin, Motopädagogin, Kindergartenmitgründerin und Leiterin.

 

Margret Weissenbacher (Wohnen ohne Alterslimit): Möglichkeiten und Grenzen der Pflege

Hilfe, Betreuung und Pflege – familiär, freundschaftlich, nachbarschaftlich oder professionell: Wo kann und soll in der Konzeption von „Wohnen ohne Alterslimit“ die Grenze zwischen gegenseitiger Hilfe und professioneller Betreuung und Pflege liegen?

Auf der Basis des Pflegemodells nach D. Orem wird jede Betreuungs- und Pflegeintervention hinsichtlich zeitlicher Umfang, „Zumutbarkeit“ für die MitbewohnerInnen und Kompetenzbereich möglicher ProfessionistInnen hinterfragt. Daraus entsteht ein Bild für den Bedarf an professionellen Leistungen, die strukturiert, organisiert und finanziert werden müssen.

Margret Weissenbacher hat berufliche Erfahrungen und Qualifikationen in der Kinderkrankenpflege (Praxis, Lehre, Qualitätsmanagement) und in der Betreuung alter Menschen (Projektgruppe „Handlungsleitlinie für Wiener Wohn- und Pflegeheime“, Demenztrainerin).

 

Erich Kolenaty (Wohnprojekt Wien): „Von Liebe, Wonne, Waschtrog und Konflikten als Chance“. Prävention und generationenübergreifende Konfliktbearbeitung in Wohnprojekten

Ein Gedankenexperiment: Die Reibungsenergie von Konflikten in Nestwärme umzuwandeln – hätte das nicht einen gewissen Charme? Do`s und Don’ts im Zusammenleben und was sich sonst noch alles zur Vorbeugung von Konflikten in Wohnprojekten eignet.

Erich Kolenaty ist Betriebswirt und geprüfter Unternehmensberater, seit 1983 freier Managementtrainer und Unternehmensberater, Besondere Ausrichtung:
Systemische Beratung bei Teambildung und Unternehmensentwicklung;
Moderation: Konzeption und Begleitung von Projekten, Workshops und Konferenzen
Spezialist für die interaktive Arbeit mit großen Gruppen und die nachhaltige Mobilisierung von Veränderungsenergie. Gründer der Moderationswerkstatt (Trainer- und Moderatorenausbildung).
Seit 2010 Mitglied im Wohnprojekt Wien.

 

 Manuel Schuler (Verein „WGE! – Gemeinsam Wohnen“): Studenten im Generationenwohnen

Der Verein „WGE! – Gemeinsam Wohnen“ beschäftigt sich mit generationsübergreifenden Wohnformen und möchte diese in Wien etablieren. Konkret unterstützt und vermittelt WGE! Wohngemeinschaften, die auf generationsübergreifenden Austausch und gegenseitiger Unterstützung basieren.
Manuel Schuler ist Mitgründer des Vereins „WGE! – Gemeinsam wohnen“. In seinem Impulsvortrag wird er über seine Motivation, „WGE!- Gemeinsam wohnen“ zu gründen, sowie über die Chancen und Herausforderungen dieses Projekts sprechen.

 

Brigitte Schimmerl (Frauenwohnprojekt ro*sa – Donaustadt): Zusammenleben mit Kindern in generationsübergreifenden Wohnprojekten

Zum Thema „Zusammenleben mit Kindern in generationenübergreifenden Wohnprojekten“:

Brigitte Schimmerls Anliegen war es immer (und die Erfahrungen als Lehrerin bestätigen dies), Kinder als sehr feinfühlige, offene Menschen zu betrachten, die dem Umgang mit ihnen ausgeliefert und davon abhängig sind. Wohlwollende oder misstrauische Begegnungen können sie fördern oder deformieren.

Brigitte Schimmerl zu Ihrer Person: „Ich bin pensionierte Volksschullehrerin, habe in Oberösterreich 20 Jahre an Volksschulen und 16 Jahre an einer allgemeinen Sonderschule (noch vor der Integrationsmöglichkeit) unterrichtet. Nach meinem Pensionsantritt bin ich nach Wien in das Frauenwohnprojekt „ro*sa Donaustadt“ gezogen, indem ich nun das sechste Jahr lebe.“

Advertisements

Veröffentlicht am 8. September 2015, in Workshop. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: